Eine hospizliche Brücke zwischen der Ukraine und Deutschland

Zivilgesellschaftliches Engagement zwischen dem Hospiz in Ivano-Frankivsk und dem Johannes-Hospiz in Münster, gefördert mit Mitteln des Auswärtigen Amtes

Grundsätzliches

Die Bundesregierung fördert mit Instrumenten der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Projekte der zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit mit Ländern Osteuropas. In einem „vorpolitischen Raum“ und jenseits nationaler Grenzen kann so Verständigung, Entwicklung und gesellschaftlich-soziales Engagement im partnerschaftlichen und hierarchiefreien Miteinander Wirksamkeit entfalten. Vor dem Hintergrund der Geschichte, die Traumata und Träume kennt, wird damit auch „das friedvolle Miteinander der Völker in Europa“ gestärkt.

Innerhalb des Programmes „Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland“ sind Maßnahmen förderfähig, die „dauerhafte zivilgesellschaftliche Strukturen der Zusammenarbeit“ entwickeln, eine hohe Zahl von Akteuren erreichen und übergeordnete Ziele verfolgen. Diese sind: „Pluralismus stärken“, „Wertediskurse fördern“, „Zukunftsperspektiven geben“, „Förderung von Dialog und Verständigung“ (Erläuterungen zum Programm des Auswärtigen Amts).

 

Projekttitel: „Capacity Building in Hospizlicher Pflege“

Der durch das Johannes-Hospiz eingereichte Antrag wurde vom Auswärtigen Amt angenommen. Die beiden großen Ziele sind im Horizont der übergeordneten Programmabsicht „Zukunftsperspektiven geben“, in dem es im Kern um Initiativen zur Aus- und Fortbildung, wie folgt formuliert:

  • Capacity building in der hospizlichen Pflege im Regional Palliative Care Center (Hospiz) in Ivano-Frankivsk ist erreicht.
  • Die Kooperation zwischen den beiden Hospizen in Ivano-Frankivsk und in Münster (Johannes-Hospiz) ist gestärkt.

Das Regional Clinical Palliative Care Center (Hospiz) in Ivano-Frankivsk wurde 1997 gegründet und hat den Status einer regionalen medizinischen Einrichtung. Ihr Auftrag liegt in einer ganzheitlichen Betreuung sterbender Menschen und ihrer Familien. Zugleich ist es ein Ort praxisbezogenen Lernens für Studenten des Medical College und der Medical University. Für nähere Informationen: siehe palliacentre.com.ua (nur in ukrainischer Sprache).

 

 

Durchführungszeitraum des Projektes:

April 2019 bis Dezember 2019.

 

Geplante Aktivitäten:

  • Pflegevisitation einer Palliative Care Fachfrau aus dem Johannes-Hospiz im Hospiz in Ivano-Frankivsk.
  • 3-tägige Praktika von insgesamt vier Pflegenden aus dem Hospiz in Ivano-Frankivsk im stationären Johannes-Hospiz.
  • 5-tägiger, interdisziplinärer Kurs mit einem multiprofessionellen Dozententeam in Ivano-Frankivsk.
  • 2-tägiger, berufsspezifischer Kurs für Pflegende in Ivano-Frankivsk.
  • Runder Tisch mit Lehrenden in Palliative Care in Ivano-Frankivsk.

 

Das Projekt stellt Schritte einer vertieften Zusammenarbeit zwischen beiden Hospizen dar, beide in einer Stadt mit vergleichbarer Einwohnerzahl, beide in einer Stadt mit dem Anspruch auf eine gute Bildungsstruktur. Die Zusammenarbeit erhält mit ihm auf der Ebene der fachlichen Qualifikation eine Struktur, die für weitere künftige Schritte eine hervorragende Basis bildet. Pflege bildet das Rückgrat hospizlicher Versorgung, und die Pflegenden brauchen fachliche Stärkung - für die Menschen, die sie betreuen, und für sich und ihre beruflichen Möglichkeiten.

 

 

Dr. Iryna Slugotska

Dr. Iryna Slugotska, Leiterin des Regional Clinical Palliative Care Center in Ivano-Frankivsk, Ukraine